PSAgA Schulung beim Dachdecker in Frankfurt

PSAgA Schulung beim Dachdecker in Frankfurt

PSAgA-Schulung im Dachdeckerhandwerk: Absturzsicherung und Rettung praktisch trainieren

Arbeitssicherheit in der Höhe beginnt vor dem Ernstfall

Normalerweise bin ich als Trainer für persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) und als Aufsichtsführender Höhenarbeiter Level 3,
zertifiziert nach dem Schweizer Bergführerverband, überwiegend in der Industrie unterwegs.
Zu meinen Einsatzgebieten gehören beispielsweise Hochregallager, Mobilfunkanlagen und andere Arbeitsbereiche, in denen Tätigkeiten in der Höhe durchgeführt werden.

Dabei geht es um die sichere Anwendung persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz, die fachgerechte Prüfung von Arbeitsmitteln und die Frage,
wie sich Gefährdungen bei Höhenarbeiten möglichst zuverlässig beherrschen lassen.

Frankfurt, Hessen – im Prinzip ein Heimspiel

Diesmal führt mich meine Arbeit nach Frankfurt – zu einem Dachdeckerbetrieb. Eine spannende Abwechslung, denn das Handwerk bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich.
Sieben Mitarbeiter warten darauf, sich intensiv mit dem sicheren Arbeiten in der Höhe und insbesondere mit der Rettung eines verunfallten Kollegen auseinanderzusetzen.

Morgendlicher Gerüstaufbau

„Was bei anderen Firmen scheinbar nicht möglich ist, wird hier vor Ort direkt umgesetzt.
Der Gerüstturm für unser Training mit PSAgA wurde von den Mitarbeitern morgens zusammengebaut
und nach dem Trainings mittags als Teamaufgabe wieder zurückgebaut. Geht doch!
Hier wird Hand in Hand gearbeitet. Toll zu sehen!“

Hands-on-Praxis statt trister und grauer Theorie

Ein wichtiger Bestandteil der Schulung ist der Aufbau eines dreistöckigen Gerüstwürfels.
Diese Konstruktion dient uns als Übungsumgebung, um verschiedene Rettungsszenarien unter kontrollierten Bedingungen nachzustellen.

Gerade bei Arbeiten auf Dächern reicht es nicht aus, die persönliche Schutzausrüstung korrekt anzulegen und sich an einem geeigneten Anschlagpunkt zu sichern.
Ebenso wichtig ist es, bereits im Vorfeld zu überlegen, wie eine Person nach einem Absturz gerettet werden kann.

Denn wenn ein Mitarbeiter nach einem Sturz im Auffanggurt hängt, zählt nicht nur die richtige Ausrüstung.
Auch die Organisation, die Auswahl eines geeigneten Rettungsverfahrens und das sichere Beherrschen der Rettungsmittel spielen eine entscheidende Rolle.

Deshalb lege ich großen Wert darauf, dass die Teilnehmer die eingesetzten Systeme praktisch kennenlernen und die einzelnen Abläufe nachvollziehen können.

Rettung über die Kante mit einer Rettungsklemme

Ein Schwerpunkt des Tages ist die Rettung einer Person über eine Kante.
Hierbei trainieren wir ein Szenario, in dem der Falldämpfer nach einem Sturz bereits aufgerissen ist und das belastete System zunächst kontrolliert entlastet werden muss.

Einsatz der Rettungsklemme

„Einsatz der Rettungsklemme, um den verunfallten Kollege aus dem aufgerissenen Falldämpfer zu retten.
Hier hat man sich für eine Kombination aus Petz ID Evac und JAG-System entschieden. Ein System, das einfach zu bedienen ist und überschbaubar ist.
Dennoch gilt: auch das MUSS regelmäßig unter sachkundiger Anleitung trainiert werden…“

Dazu kommt eine geeignete Rettungsklemme zum Einsatz, die entsprechend dem vorgesehenen Rettungsverfahren und den Herstellervorgaben verwendet wird.
Ziel ist es, die Belastung aus dem bisherigen Anschlagsystem zu übernehmen beziehungsweise zu reduzieren, um die weitere Rettung kontrolliert durchführen zu können.

Im Anschluss wurde das sichere Ablassen der geretteten Person geübt.

Solche Szenarien verdeutlichen, warum Rettungsmaßnahmen nicht improvisiert werden sollen.
Die eingesetzten Geräte, Anschlagpunkte, Verbindungsmittel und das gewählte Verfahren müssen zusammenpassen.
Ebenso wichtig ist es, mögliche Kantenbelastungen, den Verlauf des Seils und die Position der beteiligten Personen zu berücksichtigen.

Rettung nach oben mit einer Evakuierungsleiter

Nicht jede Rettung muss nach unten erfolgen. Je nach Situation kann es sinnvoll oder erforderlich sein, eine Person nach oben in einen sicheren Bereich zu bringen.

Hierfür setzen wir eine textile Evakuierungsleiter ein, die an einem geeigneten Anschlagpunkt befestigt wird.
Unter den dafür vorgesehenen Voraussetzungen kann eine bei Bewusstsein befindliche und ausreichend handlungsfähige Person die Leiter nutzen, um nach oben zu gelangen.

Auch dieses Verfahren wird praktisch vorgestellt und trainiert. Dabei wird deutlich, wie wichtig es ist,

  • die körperlichen Möglichkeiten der betroffenen Person,
  • die örtlichen Gegebenheiten und
  • die verfügbaren Rettungsmittel in die Planung einzubeziehen.

Eine Rettungsleiter ist dabei kein universelles Verfahren für jede Situation. Entscheidend ist immer, ob die konkrete Rettung damit sicher durchgeführt werden kann.

Gerüstwürfel fürs PSAgA Training

„Links im Bild die Evakuierungsleiter, rechts der verunfallte Kollege, der sich mit Rescue-Sling aus dem Gurt entlastet
und für die Rettung durch den Kollegen bereit ist. Hier gilt Teamwork, denn das macht ja bekannt the dream work.
Der Traum? Nach der Arbeit sollen alle wieder sicher nach Hause zur Familie kommen…!“

Höhensicherungsgerät, Safety Line und Petzl ID Evac

Neben den eigentlichen Rettungsszenarien beschäftigen wir uns mit weiteren wichtigen Bestandteilen der Absturzsicherung.

Eine eingerichtete Safety Line, also eine Sicherungsleine, dient dazu, die Teilnehmer mit den vorgesehenen Sicherungsabläufen vertraut zu machen.
Darüber hinaus schule ich den Umgang mit dem Höhensicherungsgerät und bespreche die sichere Anwendung im jeweiligen Einsatzbereich.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Evakuierungsgerät Petzl ID Evac. Die Teilnehmer lernen das Gerät und seine Anwendung im Rahmen der vorgesehenen Rettungsverfahren kennen.

Gerade bei solchen Übungen zeigt sich, wie wichtig die Verbindung aus theoretischem Wissen und praktischer Erfahrung ist.
Ein Gerät zu kennen, ist das eine. Es im Rahmen eines geplanten Rettungsverfahrens richtig einzusetzen, die Abläufe zu verstehen und mögliche Fehlerquellen zu erkennen, ist etwas anderes.

Gute Ausrüstung muss zur Arbeit passen

Ein besonders wertvoller Teil solcher Schulungstage ist der direkte Austausch mit den Mitarbeitern und Verantwortlichen des Unternehmens.

Im praktischen Einsatz wird häufig sichtbar,

  • wo Ausrüstung verbessert,
  • Arbeitsabläufe angepasst oder
  • zusätzliche Maßnahmen sinnvoll werden können.

Die Erfahrungen der Teilnehmer sind dabei ebenso wichtig wie die fachlichen Hinweise des Trainers.

  • Welche Ausrüstung passt zum jeweiligen Arbeitsplatz?
  • Welche Rettungswege sind tatsächlich verfügbar?
  • Wie lässt sich eine Rettung mit den vorhandenen Mitteln durchführen?
  • Und sind die vorgesehenen Abläufe für die Beschäftigten verständlich und praktisch umsetzbar?

Diese Fragen sollten nicht erst dann gestellt werden, wenn ein Unfall passiert ist.

Rettung über die Kante

„Der Kollege ist abgestürzt! Was nun? Als allererstes gilt: Ruhe bewahren! Dann die geübten Abläufe abspielen. Kontakt aufnahmen, Notruf absetzen und Rettung einleiten. Für die Kollegen mit handwerklichem Geschick und kurzer und klarer Unterweisung heißt das: Anschlagpunkt aufbauen, Falldämpfer entlasten und
den Kollegen aus seinem Anschlagpunkt rausnehmen und dann gesichert zum Boden zurück. Hier erfolgt dann die Übergabe an den Rettungsdienst.
Der Rest vom Tag ist erst mal frei…“

Arbeitssicherheit als Investition in die Mitarbeiter

Mich freut es sehr, dass die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) und die damit verbundene Rettungsplanung auch im Dachdeckerhandwerk zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Wenn sich ein Betrieb bewusst mit diesen Themen beschäftigt, zeigt das, dass die Sicherheit der Mitarbeiter ernst genommen wird.
Gute Ausbildung und geeignete Ausrüstung können dazu beitragen, Risiken zu reduzieren und die Beschäftigten für ihre anspruchsvollen Tätigkeiten besser vorzubereiten.

Eine professionelle PSAgA-Schulung vermittelt deshalb nicht nur Wissen über Gurte, Verbindungsmittel und Anschlagpunkte.
Sie schafft auch ein besseres Verständnis für Gefährdungen, Rettungsmöglichkeiten und die Verantwortung, die mit Arbeiten in der Höhe verbunden ist.

Mein Fazit zum Schulungstag in Frankfurt

Sieben Teilnehmer, ein dreistöckiger Gerüstwürfel und mehrere anspruchsvolle Rettungsszenarien:
Der Tag in Frankfurt hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll praxisorientierte Schulungen für die Arbeitssicherheit sind.

Wir haben die Anwendung von Absturzsicherung trainiert, den Umgang mit verschiedenen Arbeits- und Rettungsmitteln behandelt und unterschiedliche Möglichkeiten der Rettung nach einem Absturz praktisch geübt.

Mein Dank gilt dem Dachdeckerbetrieb und allen sieben Teilnehmern für das Engagement und die Bereitschaft, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Denn Sicherheit in der Höhe bedeutet mehr als Absturzvermeidung. Sie bedeutet auch, auf den Ernstfall vorbereitet zu sein.

Du möchtest deine Mitarbeiter im Bereich PSAgA, Absturzsicherung und Rettung aus Höhen und Tiefen schulen lassen?
Eine praxisorientierte Schulung sollte immer auf die konkreten Arbeitsbedingungen, die eingesetzte Ausrüstung und die möglichen Rettungsszenarien abgestimmt sein.

PSAgA Training beim Dachdecker

„Praxisnahes Training für den Einsatz vor Ort. Mit Spaß vermittelt, denn das ist nachhaltig!“

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