Hirte und Schafe

Vor- und Nachteile vom Schubladendenken nach A, B und C

Teil 3 von 3 zum Thema Kategorisieren von Mitarbeitern. Schubladendenken und Einteilung in 3 tierische Mitarbeitertypen – vorher solltest Du auf jeden Fall auch Teil 1 mit der Einleitung Erklärung lesen (findest Du hier) und Teil 2 der Einteilung nach Tieren

Kategorie C – die Möwe

Ein ganz Klassischer Fall: Montag morgen in der Kaffeeküche:

  • die Möwe kommt rein,
  • flattert und schnattert aufgeregt rum und
  • scheißt den Frust vom Wochenende auf die Theke der Kaffeküche,
  • flattert wieder raus und
  • zurück bleibt ein Haufen Scheiße, den eigentlich keiner braucht und vom Wegmachen wollen wir hier gar nicht reden.

Für alle insgesamt unbefriedigend und das Wasser in der Kaffeemaschine muss man auch noch auffüllen, denn das macht die Möwe auf keinen Fall. Es gehört ja nicht zu ihren Aufgaben.

„… und außerdem hab´ich ja jetzt Pause.“ Diese und weiteren Formulierungen sind Standard. Ausreden für die eigene Unfähigkeit muss sie nicht googlen, die sind stets parat und allzeit präsent. Schließlich muss sie sich ja permanent an der Arbeit vorbeiwinden, wie ein Aal.

Möwen treten nie alleine auf

Woran erkennst Du also die Möwe?

Im Prinzip kennt jeder mindestens eine Möwe in seinem Umfeld. Formulierungen, die hier absolut treffen sind und die Möwe entlarven sind:

  1. „Ich bin auf der Arbeit und nicht auf der Flucht.“
  2. „Schlechte Leut´geht´s immer gut.“
  3. „Du weißt ja! Es Muss!“

Das sind klassische Formulierungen von denen, die sich gerne im Kreis drehen und in ihren Problemen suhlen.

  • Bocklosigkeit,
  • Unflexibilität und
  • Gleichgültigkeit

sind nur ein paar ihrer vielen Vornamen. Der Einsatz von Ironie ist definitiv zu vermeiden! Schnell dreht Dir die Möwe einen Strick daraus und vernichtender Sarkasmus wird über den „unfähigen Chef“ im Flurfunk durch die Bürogänge und Firmenhallen des Unternehmens getrommelt.
Kann dieser Mitarbeiter nicht von anderen mitgezogen werden, in dem er vielleicht einfach nur stupide, immer wiederkehrende und einfache Aufgaben ohne großen Anspruch mit vorgegebenem Zeitfenster dennoch einwandfrei erledigt, sollte er wirklich irgendwann eliminiert werden. Eliminieren ist hier allerdings im Sinne einer Kündigung gemeint.

Immer was zu meckern

Aber Obacht!

Selbst der größte Scheiss, der am Ende rauskommt, muss noch über die Abteilung hinaus gelobt und wertschätzend am Besten über das Schwarze Brett bis hin zur Geschäftsleitung honoriert werden, sonst wird weiter gegackert. Das Weite sucht sie ohne direkte Aufforderung leider nicht. Immer wieder erkennt sie beim Aufspüren von Fehlern und Problemen die Unfähigkeit der Anderen.

Laut Studien entstehen durch solche Mitarbeiter Millionenschäden jedes Jahr, weil die Mitarbeiter Missständen tatenlos zuschauen.
Das Eliminieren der Möwe sollte aber in Form einer wohlwollend mit Tierschützern abgesprochenen Strategie erfolgen. Am besten wäre natürlich eine Selbsterkenntnis, damit sie von sich aus das Weite sucht. Denn die Möwe kackt Dir nicht nur in Dein Büro vor Ort, die scheißt auch noch nachträglich bei anderen über dich rum, wenn sie schon weg ist. Schuld trägt sie ja nie, denn Eigenverantwortlichkeit ist keine ihrer Stärken und gesunden Menschenverstand sucht man hier vergebens.

Schubladen zum Aufräumen

Vor- und Nachteile des Kategorisierens?

Da stellt sich sicher schnell aus moralischen Gründen die Frage:
Darf man denn Mitarbeiter – vielleicht viel zu schnell – in bestimmte Kategorien einordnen?
Und wozu soll das Ganze denn gut sein?

Möchte man Abläufe im Betrieb weiter optimieren und an der Kundenzufriedenheit arbeiten, sollen Kosten eingespart werden oder geht es vielleicht auch darum an der Mitarbeiterzufriedenheit zu arbeiten, dann sollte man hin und wieder auch mal mit seinen Mitarbeitern reden. Dazu braucht es nämlich KEINE Gallupstudie! Wenn DU wissen willst, wie es Deinen Mitarbeitern in Deinem Betrieb geht, dann musst Du DEINE Mitarbeiter fragen.
Dabei wird man schnell auf verschiedene Muster kommen und nach der oben beschriebenen Einteilung weiß man schnell, wer wo steht. Sicher wäre eine breitere Gliederung sinnvoll. Aber auch hilfreich? Heißt es umgangssprachlich nicht: Aller guten Dinge sind DREI!?

Meist sind es doch die schnellen intuitiven Entscheidungen, die uns dauerhaft nach vorne bringen.

Mitarbeiter im Gespräch

Vorteile:

Da wären wir auch schon bei dem wichtigsten Vorteil. Die drei Kategorien sind eine schnelle Hilfe vielleicht auch kurzfristig Entscheidungen zu treffen. Wiederholen sich bei den gleichen Menschen auch immer wieder die gleichen Muster, ist es doch an der Zeit das Muster zu unterbrechen, wenn es Dein Vorankommen als Unternehmer beeinträchtigt. Du kannst doch auch nicht jedes mal neu darüber nachdenken, wie Du die Türklinke jetzt bedienen musst. Oder doch?

Nachteile:

Ganz klar. Ist die Schublade erst einmal zu, in der der Mitarbeiter drinnen ist, kommt er kaum wieder raus. Hier heißt es offen zu sein und in zielführenden Gesprächen auch immer wieder zu reflektieren.
Gleichzeitig kann auch das eine Chance sein endlich Ballast über Bord zu werfen. Denn schlussendlich rauben Dir die C-Mitarbeiter Deine Energie. Und nicht nur das! Sie versauen auch noch die generelle Stimmung im Team.

Einteilung der Chefs in 7 tierische Typen. Welcher Typ bist Du?

Wozu soll die Einteilung dienen?

Vielleicht schafft die Einteilung schon an sich mehr Bewusstsein bei den Menschen. Gleichwohl ist es aber so, dass der C-Mitarbeiter sich als solchen gar nicht selbst identifiziert. Er ist natürlich ein B oder besser noch ein A. Schließlich ist er zu Höherem berufen. Leider steht er mit dieser Ansicht allein auf dem weiten Flur.
Prinzipiell gilt ganz klar: die Treppe wird von oben gekehrt. Führung braucht Haltung und Werte müssen vorgelebt werden. Jede Führungskraft erhält gerade die Mitarbeiter, die er braucht, um sich weiter zu entwickeln.

Das heißt zum Beispiel auch

  • wertschätzend mit denen umzugehen, die regelmäßig die Karre aus dem Dreck ziehen,
  • die abzuholen, die noch nicht wissen, wo sie stehen und Führung brauchen und
  • denen den Laufpass zu geben, die immer nur rumnörgeln

Deine Schäfchen brauchen dich

Deine Verantwortung als Führungskraft – Sei für Deine Schäfchen als Chefchen da

Als Führungskraft musst Du deine Kraft in die Führung investieren – wie Name schon sagt. Rausziehen aus dem operativen Geschäft und für die Mitarbeiter da sein. Das heißt auch, du musst nicht nur für die Weiterentwicklung deiner Schäfchen – um mal bei den Tieren zu bleiben – sorgen, sondern – und vor allem – für dich sorgen. Das geht nur dann, wenn dein Kopf klar ist und Du unnötige Energiefresser ausschaltest. Gleichzeitig solltest Du in Deine Weiterentwicklung investieren. Nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Werte müssen verinnerlicht werden, um gelebt zu werden.

  1. Wertschätzender Umgang
  2. lobende Worte und
  3. immer wieder reflektieren.

Für sich selbst und auch im Team. Das bedarf stetiger Entwicklung. Nicht umsonst ist die Lebensweisheit für Generationen prägend, dass das Leben ein lebenslanges Lernen ist.

Nach 14 Jahren Führungserfahrung, weiß ich wovon ich rede. Es war nicht immer leicht, aber rückblickend würde ich definitiv einen anderen Weg einschlagen. Gerne gebe ich mein Wissen an andere weitere. Du willst mehr erfahren? Dann schau doch mal hier vorbei oder ruf mich an

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