Behälterbefahrung nach DGUV-Regel 113-004 bei Firma Himioben in Nieder-Olm

Behälterbefahrung nach DGUV-Regel 113-004 bei Firma Himioben in Nieder-Olm

Zwei Tage, die bleiben: Behälterbefahrung, Verantwortung und echte Teamstärke bei Himioben Industrieservice

Wenn man seit vielen Jahren in der Aus- und Weiterbildung im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz unterwegs ist,
begegnet man unterschiedlichsten Unternehmen, Kulturen und Einstellungen zum Thema Sicherheit.
Gerade bei traditionellen Familienunternehmen in dritter Generation könnte man
vorschnell vermuten:
„Das haben wir schon immer so gemacht.“
Oder: „Das haben wir noch nie so gemacht.“

Doch genau dieses Klischee wurde bei meinem Besuch bei der Firma Himioben Industrieservice aus Nieder-Olm eindrucksvoll widerlegt.

Im Gegenteil: Hier trifft Tradition auf Fortschritt, Erfahrung auf Offenheit und ein starkes Fundament auf den klaren Willen zur Weiterentwicklung.

Ein Unternehmen im Wandel – mit klarem Fokus auf Qualität

Unter der Leitung des neuen Geschäftsführers Niclas Himioben, der das Unternehmen in dritter Generation übernimmt,
zeigt sich ein bemerkenswerter Spirit. In einer Zeit, die geprägt ist von globalen Unsicherheiten, wirtschaftlichen Herausforderungen und
steigenden Anforderungen in der Industrie, setzt Himioben bewusst auf

  • Qualität,
  • Spezialisierung und
  • nachhaltige Entwicklung.

Statt Stillstand herrscht hier Aufbruch.

Statt „weiter wie bisher“ geht es um gezielte Erweiterung von Kompetenzen.

Und genau in diesem Kontext durfte ich zwei intensive Trainingstage zur Behälterbefahrung nach DGUV-Regel 113-004 begleiten.

Dreibein aufbauen bevor es nach unten geht

„Das Wetter hat gepasst. Die Stimmung war gut. Gemeinsam hatten wir zwei echt Super-Tage gehabt,
bei denen sehr vielen Wissen vermittelt wurde, was in der Praxis direkt umgesetzt werden konnte.“

Sicherheit ist kein Konzept – sondern gelebte Praxis

Die Anforderungen bei Arbeiten in engen Räumen, Silos oder schwer zugänglichen Industrieanlagen sind hoch – und vor allem eines: nicht verhandelbar.
Hier entscheidet nicht Theorie über Sicherheit, sondern das sichere Anwenden unter realen Bedingungen.

Im Fokus der Schulung standen daher nicht nur die Grundlagen, sondern vor allem die praktische Umsetzung:

Der korrekte Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) gemäß DGUV-Regel 112-198
Rettungstechniken nach DGUV-Regel 112-199
sowie die spezifischen Herausforderungen beim Befahren und Begehen von engen Räumen nach DGUV-Regel 113-004.
Doch eines wurde schnell klar: Es ging hier nicht um ein „Abarbeiten“ von Inhalten – sondern um echtes Verstehen, Anwenden und Verinnerlichen.

Wir haben viel gelacht - Team Himioben

„Viel offener Austausch und gelacht haben wir auch! Neuronal entstehen dadurch sehr gute Muster! Das Wissen wird immer
mit dem emotionalen Zustand in Verbindung gebracht, bei dem wir es gelernt haben. Wissensvermittlung muss also Spaß machen,
um dauerhaft zum Erfolg zu führen. Und das hat hier geklappt…“

Zwei Tage voller Fokus, Verantwortung und echter Teamarbeit

Die von Niclas Himioben selbst treffend beschriebenen zwei Tage waren geprägt von genau dem, was moderne Arbeitssicherheit ausmacht:

  • Fokus – auf jede Bewegung, jeden Handgriff, jede Entscheidung
  • Verantwortung – für sich selbst und für das gesamte Team
  • Zusammenarbeit – denn Sicherheit ist immer eine Teamleistung

Die Mitarbeiter stellten sich den Herausforderungen mit beeindruckender Motivation und Offenheit.
Fehler wurden nicht versteckt, sondern genutzt.
Fragen wurden gestellt.
Abläufe hinterfragt.
Lösungen gemeinsam erarbeitet.

Genau so entsteht nachhaltige Kompetenz!

„Zwei spannende Tage zum Thema Behälterbefahrung. realistische Situationen gemeinsam meistern.
Umgang mit Dreibein und der entsprechenden Rettungsausrüstung. Als Team die Situation analysieren
und Entscheidungen treffen. Auch das Thema Rettung stand bei diesem Training im Vordergrund!“

Ihr braucht mehr Infos zum Thema „enge Räume und Arbeit in Silos“? ->> schaut mal hier

Die Erfolgsformel: Praxis, Realität und Struktur

Ein zentraler Erfolgsfaktor dieser Schulung lag in der klaren Struktur und Methodik. Theorie bildet die Basis – aber erst die Praxis macht sie wirksam.

Die Erfolgsformel von Niclas Himioben bringt es auf den Punkt, denn er hat von einem Gerüstbauer vor Ort
eine Trainingssituation abgebildet, die den Alltag sehr präzise widerspiegelt. Und hier konnten die Teams optimal den Alltag erfahren:

  • Praxisnahe Übungen
  • Realistische Szenarien
  • Klare und strukturierte Abläufe

Und genau hier liegt der Unterschied zwischen „geschult sein“ und „befähigt sein“.
Denn echte Sicherheit entsteht erst dann, wenn Menschen in der Lage sind, auch unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen.

  • Wenn Abläufe sitzen.
  • Wenn Handgriffe automatisiert sind.
  • Und wenn im entscheidenden Moment nicht gezögert wird.

Rettung ist kein Zusatz – sondern Pflicht

Ein besonders wichtiger Bestandteil der Schulung war das Thema Rettung aus Höhen und Tiefen.

Denn eines ist klar: Die beste Sicherung ist wichtig – aber sie ersetzt keine Rettungsstrategie.

Gerade bei Arbeiten in engen Räumen oder Silos kann jede Minute entscheidend sein. Hängesituationen, eingeschränkte Bewegungsfreiheit oder erschwerte Zugänge stellen höchste Anforderungen an Mensch und Material.

Deshalb wurde intensiv trainiert:

  • Rettung aus vertikalen Strukturen
  • kontrolliertes Ablassen und Heben von Personen
  • Kommunikation im Team während der Rettung
  • sowie das sichere Handling der eingesetzten Systeme

Hier zeigte sich besonders deutlich: Sicherheit ist kein Einzelthema. Sie ist immer ein Zusammenspiel aus Wissen, Technik und Teamarbeit.

Jetzt kann es losgehen

„Material aufbauen und dann kann es auch schon losgehen. Dreibein aufstellen, Rettungsgeräte installieren, kurzer
Check im Team und los geht´s… Behälterbefahrung nach DGUV-Regel 113-004 und Verwendung von PSAgA nach
DGUV-Regel 112-198 sowie der Umgang bei einer Rettung nach DGUV-Regel 112-199.
Zwei Tage voller Action in Nieder-Olm bei Niclas Himioben.“

Ein starkes Team als Schlüssel zum Erfolg

Was bei diesen zwei Tagen besonders herausstach, war nicht nur die fachliche Qualität – sondern die Teamdynamik.

Denn am Ende bleibt mehr als nur Wissen:

  • Sicherheit im entscheidenden Moment
  • Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
  • Ein starkes Team im Rücken

Diese Faktoren lassen sich nicht auswendig lernen. Sie entstehen durch gemeinsames Erleben, durch Herausforderungen und durch das Bewusstsein, sich aufeinander verlassen zu können.
Genau das war bei Himioben spürbar.

Spezialisierung als Zukunftsstrategie

Himioben Industrieservice steht nicht nur für klassische Dienstleistungen wie Industriereinigung, Solaranlagenpflege oder Kfz-Aufbereitung. Das Unternehmen entwickelt sich gezielt weiter – mit wachsendem Fokus auf spezialisierte Tätigkeiten wie die Silo-Reinigung und anspruchsvolle Arbeiten in sensiblen Bereichen.

Und genau hier wird fundierte Ausbildung zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Denn Spezialisierung bedeutet auch:

  • höhere Risiken
  • komplexere Anforderungen
  • und eine noch größere Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden und Kunden

Wer hier bestehen will, braucht mehr als Erfahrung. Er braucht Struktur, Fachwissen und den Mut, neue Wege zu gehen.

Die Auswahl des richtigen Materials

„Die Auswahl das passenden Materials für den entsprechenden Einsatz. Einfahrt und Rettung mit dem Mittelmann Uni-Drive
und Einsatz von Akkuschrauber, um auch höhere Höhen zu überwinden. Es wurden Systeme, wie Rückhalten, Positionieren und Auffangen erklärt.
Auch der Mythos „Falldämpfer“ wurde mal wieder entkräftet.“

Meine Rolle: Spezialist bleiben – Qualität liefern

Als Trainer für persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz und angrenzende Themen ist es mir wichtig, genau diesen Weg zu begleiten.

Frei nach dem Motto: „Schuster, bleib bei deinen Leisten.“

Ich konzentriere mich bewusst auf meine Kernkompetenzen:

  • PSAgA nach DGUV-Regel 112-198
  • Rettung nach DGUV-Regel 112-199
  • sowie Arbeiten in engen Räumen nach DGUV-Regel 113-004

Mit über 15 Jahren Erfahrung aus dem Kletterwaldbereich im Umgang mit Mitarbeitern, Gästen und heiklen Situationen
und der Spezialisierung auf den gewerblich-industriellen Einsatz bringe ich genau die Praxisnähe mit, die in solchen Trainings entscheidend ist.

Denn Theorie alleine rettet niemanden.

Fazit: Wenn Haltung auf Kompetenz trifft

Das Team von Himioben Industrieservice

„Ein hoch motiviertes und engagiertes Team unter Leitung von Niclas Himioben (links im Bild), der das Unternehmen
jetzt in der dritten Generation übernimmt und neue Themenfelder für die Einsätze an den Start bringt.“

 

Die zwei Tage bei Himioben Industrieservice haben eines eindrucksvoll gezeigt:

Sicherheit ist kein Zufall.

Sie ist das Ergebnis von Haltung, Training und konsequenter Weiterentwicklung.

Ein Unternehmen, das bereit ist, sich zu hinterfragen, seine Mitarbeitenden zu fördern und neue Standards zu setzen, schafft nicht nur sichere Arbeitsplätze – sondern auch echte Zukunftsperspektiven.
Und genau das macht den Unterschied.

Ich freue mich, ein Teil dieses Prozesses gewesen zu sein – und bin gespannt, wohin die Reise für Himioben noch geht.

Eines ist sicher:

Mit dieser Einstellung und diesem Team ist noch viel möglich.

Trainer Simon Karl - ausgebildet nach DGUV-Grundsatz 312-001

„Trainer seit weit über 20 Jahren und mit viel Erfahrung auch im Seil. Nach dem Aufbau (2006) und Betrieb (2006-2020)
meines Kletterwaldes in Wetzlar, baute ich diesen in 2021 wieder komplett zurück. Der Pachtvertrag wollte nicht verlängert werden
und auch der Wald als Grundlage hat alle Blätter von sich geworfen. Nach einer kurzen Orientierungsphase mache
ich das, was mich antreibt: Wissen weiterzugeben. Dazu nutze ich Seile, Karabiner und gebe, was ich weiß an andere Menschen weiter..“

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