Weiterentwicklung beruflich wie privat

Weiterentwicklung oder doch lieber alles lassen, wie es schon ist?

Wie laufen Prozesse zum Change ab?
Wie gehen Menschen bei der Auswahl externer Hilfe bei Veränderungen vor?
Wie steht es überhaupt um die Weiterentwicklung? Gewünscht? Ja oder Nein?
Wer wird geholt, um Firmen, Abteilungen oder einzelne Menschen weiterzuentwickeln und auf ein neues Level zu bringen?

  • Frau Doktor Sowieso oder
  • Herr Professor Dingenskirchen
  • Experte seines Faches und Meister in allen Klassen

Doch handelt es sich hier wirklich um die richtige Hilfe?
Die oben genannten Personen haben aufgrund ihrer hohen Bildung oder ihrer Qualifikation bis hin zum Expertenstatus teilweise eine so komplizierte Sprache entwickelt und werfen mit Fachausdrücken und Anglizismen um sich, dass Hinz und Kunz sie kaum verstehen und vor lauter Ehrfurht nicht mehr zu fragen wagen und Lieschen Müller wird mit der Wortwahl erst gar nicht abgeholt. Nein sie kriecht vielleicht erst gar nicht hinter dem Ofen hervor.
Menschen, die vielleicht definitiv Hilfe oder Unterstützung brauchen, werden im Regen stehen gelassen.

Wir brauchen nicht nur Häuptlinge, sondern auch Indianer

Der menschliche Überflieger holt „einfache“ Menschen mit einem geringeren Bildungsgrad gar nicht mehr ab. Dabei geht es nicht darum zu diffenrenzieren, ob es Menschen mit unterschiedlichem Bildungsgrad gibt, denn es werden in einem Team immer alle Mitspieler gebraucht.

  • Wir brauchen nicht nur Häuptlinge, sondern auch Indianer.
  • Wir brauchen auch Ruderer und nicht nur Steuermänner.
  • Wir brauchen auch Stürmer und die Abwehr und nicht nur den Torwart, ohne den es aber alleine auch nicht geht…
Häuptlinge und Indianer

Wir müssen im Prinzip versuchen möglichst viele Menschen anzusprechen, abzuholen und wertzuschätzen. Das kein Mensch jemals alle erreichen kann, so viel bewusst sein, sollte da sein.
Denn wir verlieren auch ganz schnell Menschen, wenn wir sie nicht explizit in ihrer Sprache ansprechen und wir können keine 42 Sprachen sprechen.

Über den Tellerrand und raus aus dem Hamsterrad

Gleich und gleich gesellt sich gern.
Gegensätze ziehen sich an und dann vielleicht auch aus…
Von den Gegensätzen kann man lernen, sofern man offen dafür ist.
Über den Tellerrand hinaus schauen, jenseits der Donnerkuppel oder außerhalb der Komfortzone findet die Weiterentwicklung statt.

über den Tellerrand hinaus

Heute scheint es aber so zu sein, dass alle oder zumindest möglichst viele einer Meinung sein müssen und man nur verbunden ist, wenn man auch genau die gleiche Meinung vertritt. Wer immer nur das Gleiche tut, bekommt auch immer nur das gleiche. Somit wird es auch ein Irrglaube sein, dass sich jemals etwas ändert. „Sei wie de bist, dann bleibste wie de warst“ mag in manchen Bereichen zutreffen. Doch in der Geschäfts- und Arbeitswelt hat man damit auf Dauer kaum bestand. „Survival of the fittest“ bedeutet, dass auf Dauer der überlebt, der sich am Besten anpassen kann.

Doch wer wird heute geholt, damit sich etwas ändert und weiter entwickelt werden kann?

  • Menschen im Anzug, holen Menschen im Anzug
  • Jogginghose meets Jogginghose
  • Turnschuh trifft Turnschuhe

Dabei wäre es doch sicher sinnvoll, wenn Turnschuh auf Lackschuh trifft und jemand der Selters trinkt, sich mal mit dem austauscht der Sekt lieber mag. Es muss ja nicht gleich aus dem Bauchnabel sein. Und wenn Krawatte auf Stirnband trifft, kann auch hier völlig Neues entstehen. Immer vorausgesetzt, man – frau auch – will!

Neu denken querdenken

Wir brauchen Lösungen und keine Probleme

Sicher ist es so, wie es die Lebensweisheit besagt: Gleich und gleich gesellt sich gerne. In der Tat ist das für ein langfristiges Zusammenleben sicher der bessere Weg. Doch wie will ich mich weiter entwickeln – sofern das gewollt ist – wenn ich alles lasse, wie es ist? Oder um es mit den Worten Albert Einsteins zu sagen: “Ein Problem kann man niemals mit der Denkweise lösen, mit der es entstanden ist.“ Also muss ich raus aus der Komfortzone, über den Tellerrand schauen und neue Erfahrungen machen. Vielleicht einfach mal komplett neu denken oder umdenken. Besser noch querdenken. Sonst treten wir doch alle nur auf der Stelle rum, Das einzige was geschieht, ist lediglich überhöhte Bodenverdichtung und irgendwann verschwindet man in einem Loch.

Albert Einstein

Experten sind Leute, die andere daran hindern, ihren gesunden Menschenverstand zu gebrauchen.

Doch wo sitzt das nächste Übel? Denn das ist nicht weiter weg! Consultants, Berater (wobei sich die Frage stellt, was der Unterschied ist, wenn man das Wort übersetzt) Trainer, Coaches und und und… Das Wording ist vielfältig. Das allerbeste daran? Unternehmensberater, die noch nie selbst ein Unternehmen geleitet, geschweige denn mal an die Wand gefahren haben und wieder aufgestanden sind Kommunikationstrainer, die in ihre Welt abgedriftet sind und Teile von Gruppen nicht mehr abholen oder so von sich überzeugt sind, das man mit ihnen nicht mehr kommunizieren möchte und Teamtrainer, die nicht teamfähig sind, bzw. noch nie in einem Team langfristig gearbeitet haben, um alle Teamphasen durchlaufen zu haben.

Sich weiter entwickeln

„Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu Handeln; erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste.“ Konfuzius

Fachidiot schlägt Kunde tot

Zum Unternehmensberater: Wie kann ein Mensch ohne Erfahrung andere beraten? Weil er Bücher gelesen hat? Na toll! Damit hat man nichts erfahren oder erlebt. Nur was wir wirklich erlebt haben können wir an andere weitergeben. Es gibt dazu nämlich verschiedene Untersuchungen zum Thema Lernen.

  • 10% behalten wir uns, wenn wir etwas lesen
  • 20% bleibt beim hören hängen
  • 30% beim sehen
  • 50% beim hören UND sehen
  • 80% beim selbst weitergeben
  • 100% nur dann wenn wir es in eigenen Worten anderen erklären können
Weiterentwicklung

Fazit:

Sicher kann man lesen und hören. Das ist schon mal guter Grundstock. Doch wenn ich andere Menschen beraten will, dann muss ich selbst ein Tal durchschritten haben. Daher gibt es doch Experten für zahlreiche Themen. Dabei möchte ich jetzt gar nicht tiefer auf das Wort des „Experten“ eingehen. Das behandle ich gerne mal in einem anderen Beitrag. Analog zur Heldenreise von Joseph Campbell müssen wir einfach mal selber erlebt haben, was wir anderen vermitteln wollen. Wenn ich jemand anderem das Schnitzen beibringen will. Dann muss ich selbst auch mal ein Messer oder ein Pfeifchen aus einem Haselnussstrauch geschnitzt haben. Besser gleich mehrere um entsprechend Expertise weiterzugeben. Wie kann ich Firmen beraten, wenn ich selbst nie ein Unternehmen hatte? Ich muss ja selbst mindestens eine Firma an die Wand gefahren haben, aufgestanden sind und dann wieder neu gestartet sein, um entsprechendes Fachwissen aus dem eigenen Erleben weiterzugeben.

In Erleben steckt auch Leben drinnen

Kommunikationstrainer kennen zahlreiche Modelle oder kennen sogar nur eines von vielen. Auf dem reiten sie dann ihr Leben lang rum. Oder sind so von sich überzeugt, dass sie Teile von Gruppen verlieren. Dazu muss man sich vor Augen halten, dass ein Modell – also nicht diese gut aussehenden Männer und Frauen, die wir aus der Modebranche und der Werbung kennen – sondern ein Abbild der Welt. Und genau so ist das zu sehen, wir reden von einem Abbild der Wirklichkeit. Wen es denn überhaupt eine gibt. Nach dem Film Matrix ist die Realität ja definitiv infrage zu stellen. Eine Landkarte ist nur dafür da, um die Welt zu erklären, bzw. sie abzubilden, um sich besser zurecht zu finden. Ja, aber diese Landkarte ist nicht die Welt. Die Welt ist da draußen. Und die Welt muss man erleben. Es steckt doch auch das Wort Leben dort drinnen in diesem Wort „erleben“.
Wenn ich immer nur auf einem Modell beharre und nicht offen bin für Neues, dann wäre ja auch nie angekommen, dass die Erde doch keine Scheibe ist. Ja es ist in der Tat so, für alle bei denen es noch nicht angekommen ist.

Gemeinsam mehr erreichen

In einer meiner zahlreichen Ausbildungen in den letzten Jahren kam ich ins Gespräch mit dem einen und anderen Trainer und äußerte meine Meinung, dass ein Teil der Menschen Führung braucht und will. Ja dass wäre ja ein veraltetes Bild, was ich da mit mir rumtragen würde, sagte man mir. Aus meiner Sicht in einer recht überheblichen Art und Weise. Aber das kann auch nur eine falsche Interpretation sein.

Modelle als Abbild, um die Welt besser zu verstehen

Ich denke noch heute darüber nach. Sicher gibt es neue Modelle und Arbeitsformen nach denen die Menschen leben und arbeiten wollen und super damit zurecht kommen. Sicher trifft das für einen Teil der Menschen zu. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass es Modelle gibt, die nicht auf jeden passen und Arbeitsformen, die nicht überall umgesetzt werden können. Eine Feuerwehrgruppe kann bei einem Brand nicht erst noch einen Arbeitskreis bilden und darüber Schnick-Schnack-Schnuck spielen, was im nächsten Sprint für Methoden eingesetzt und umgesetzt werden, um dann eine allgemeinverträgliche Lösung zu finden, die auch nachhaltig niemanden in seiner Würde verletze.
Gleichzeitig werden Auszubildende in Firmen eingesetzt und mitgenommen, die erst einmal Basics lernen müssen. Da braucht es halt jemanden, der vorne aufgeht. Ja, auch da vielleicht nicht alle. Ob man das jetzt Hierarchie oder wie auch immer nennt. Es wird immer Bereiche geben, in denen es mit und ohne Führung geht. Wichtig ist aber auch, dass Trainer zahlreiche Modelle bei ihren Trainings berücksichtigen und vermitteln und offen sind für Neues. Über den Tellerrand schauen und dabei nicht unbedingt mit dem Körper in der Suppe liegen, auch wenn diese schön warm sind.

Suche nicht andere, sondern sich selbst zu übertreffen – Marcus Tullius Cicero

Fragen und Antworten

Teamtrainer, die nicht teamfähig sind. Vielleicht auch weil sie noch nie in einem Unternehmen längerfristig gearbeitet haben und zahlreiche Gruppenphasen durchlaufen haben. Das erinnert mich an ein Teamtraining, bei dem ich die Organisatorin fragte, ob sie denn bei den Challenges mitmachen wolle. Sie erwiderte nur, dass sie sicher einen Großteil der Aufgaben kenne und auch alle Lösungen wüsste. Da fällt es einem als personifiziertem Klugscheisser schon schwer sich nicht auf die Zunge zu beißen. Sicher gibt es gewisse Aufgaben, die man immer wieder einsetzt im Outdoortraining. Doch die Spannung liegt doch dabei, dass es mit jeder anderen Gruppe wieder neue Lösungen gibt. So habe ich es schon erlebt, dass Gruppen – und ich rede hier nicht von Teams, denn es war kein Team – keine Lösung für eine Aufgabe gefunden hat und der Trainer (ich) als Anleiter hingestellt wurde, der Aufgaben anleitet, die man nicht lösen kann. Witzig (im Sinne von Ironie und Zynismus) war dabei nur, dass es zahlreiche Gruppen vorher geschafft haben. Bei gleicher Anleitung durch den gleichen Trainer. Na klar – Schuld sind immer die anderen. Umgang mit Fehlerkultur könnte auch ein nächster Blogbeitrag lauten. Also auch hier das eigene Erleben. Teamtrainer können sich mit anderen verbinden – was man zu neudeutsch auch als netzwerken bezeichnet – und gemeinsam größere Aufträge abwickeln oder sich Aufträge gegenseitig zuspielen, wenn man selbst mal ausfällt. Gleichzeitig habe ich schon Teamtrainer erlebt, die hier eine starke Konkurrenzsituation sehen und von einer Zusammenarbeit Abstand nehmen.

Also, um es auf den Punkt zu bringen:

Bevor ich etwas oder mich weiter entwickeln will, muss ich bereit dafür sein. Egal ob ich dies alleine bewerkstelligen möchte oder externe Hilfe in Anspruch nehme. Dann bedarf es der Option auch mal ganz andere Sichtweisen zu betrachten. Andere Wege finden und vielleicht Gewohnheiten völlig hinterfragen und über den Haufen werfen. Dadurch ergeben sich ganz neue Möglichkeiten oder die Bestätigung, dass man jahrelang auf der richtigen Fährte war.
Greife ich auf externe Hilfe zurück, muss ich auch hier mal schauen, dass ich nicht mit einem absolut gleichen Partner das Schiff unter Volldampf in den Sturm fahre oder wie es bei Firmen der Fall ist und dem schlechten Geld das gute noch hinterher werfe.

Umdenken, neu denken, quer denken.

Wir müssen nicht alle gleicher Meinung sein und können dennoch am gemeinsamen Tisch zu Abend essen. Alle das ist möglich, wenn man offen ist und unvoreingenommen an Herausforderungen herantritt.
Einfach mal neue Wege gehen und das Training mit Erleben und Spaß nach draußen verlegen.
Da können sich alle ganz neu entwickeln.
Sprecht mich an für Eure Weiterentwicklung.

Gemeinsam mehr erleben

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